FDP-Grossrat Adrian Schoop warf in Dintikon in seiner 1.-August-Ansprache einen Blick hinter die Fassade unseres Landes und forderte das Publikum auf, die Schweizer Werte zu verteidigen.
Bei schönstem Sommerwetter und bester Stimmung trafen sich die Dintikerinnen und Dintiker – unter ihnen auch der gesamte Gemeinderat und Gemeindeschreiber Pirmin Kohler – am 31. Juli zur traditionellen Bundesfeier beim Holzhof der Ortsbürgergemeinde. Die Feldschützen sorgten in der liebevoll eingerichteten Festbeiz für Speis und Trank, die Musikgesellschaft für den passenden kulturellen Rahmen. Den 1. August schon am Vorabend zu feiern, das hatte auch in der Gemeinde Turgi Tradition, in welcher der Festredner bis zur Fusion mit Baden Anfang 2024 Gemeindeammann war. «Ich finde es super, dass Dintikon schon am 31. Juli feiert. Da kann man ohne schlechtes Gewissen etwas länger bleiben und am nächsten Tag ausschlafen. Das lohnt sich bei einem solchen Fest auch, das gemäss offiziellem Programm bis 2 Uhr morgens dauert», sagte Adrian Schoop, und das Publikum stimmte ihm freudig zu.
Fleiss soll sich auszahlen
Nach einigen Stücken der Musikgesellschaft begrüsste Gemeindeammann André Meyer die Gäste – und er dankte den beteiligten Vereinen für den grossen Einsatz. «Fleiss und Engagement haben die Schweiz stark gemacht», sagte er. «Fleiss soll sich auch in Zukunft auszahlen, nur so können wir weiterhin erfolgreich sein. Und es braucht natürlich die richtigen Rahmenbedingungen, damit die Wirtschaft Innovationen vorantreiben und damit für sichere Arbeitsplätze sorgen kann.» Eine Haltung, die auch Unternehmer Adrian Schoop voll und ganz unterstützt. «Wie geht es Ihnen?» Mit dieser Frage begann er seine Ansprache – und beantwortete sie für sich so: «Heute Abend kann ich mit viel Freude sagen: Mir geht es gut, und ich freue mich, in der wunderschönen Gemeinde Dintikon in den Geburtstag der Schweiz hineinzufeiern.»
Auch der Schweiz gehe es auf den ersten Blick super. Sie sei attraktiv, schön, klug, fit, fleissig. Viele wollten ihren Pass, sie sei 2023 einmal mehr zum innovativsten Land weltweit erkoren worden, die Jahresarbeitszeit sei höher als in den Nachbarländern, und durch ihren Fleiss sei sie reich geworden. «Aber wie sieht es hinter der Fassade aus?» Da sieht Adrian Schoop viele Herausforderungen auf unser Land zukommen. Zum Beispiel die Einwanderung: Jedes Jahr kommen mehr Menschen in die Schweiz. Das Haus mit seinen 26 Zimmern, einige davon sogar nur Halbzimmer, sei ziemlich voll. «Das führt dazu, dass die Schweiz schlecht schläft und Albträume vom Dichtestress hat.» Es habe schlicht nicht für alle Platz – und dabei betonte Adrian Schoop, dass auch in seinem Unternehmen die Hälfte der Mitarbeitenden Ausländer seien, die hart arbeiten. «Die Schweiz will Menschen aufnehmen, aber sie müssen die Hausordnung akzeptieren. Dazu gehört, dass man anpackt und mitarbeitet. Die Schweiz ist kein Selbstbedienungsladen.»
Immer mehr Fremdsprachen
Durch die hohe Einwanderung würden in der Schweiz immer mehr Fremdsprachen gesprochen. Das mache das Zusammenleben schwierig, so Adrian Schoop. Sogar eingebürgerte Einwohnerinnen und Einwohner weigerten sich manchmal, Deutsch zu sprechen. «Das nervt mich gewaltig. Für mich ist klar: Wer hier leben will, spricht eine der offiziellen Landessprachen.» Kopfweh mache der Schweiz das fehlende Geld. Vier Milliarden fliessen jedes Jahr in die Entwicklungshilfe, während unsere Gesundheitskosten stetig steigen und viele Menschen nicht mehr wissen, wie sie die Krankenkassenprämien bezahlen sollen. Könnte man dieses Geld nicht besser in der Schweiz verwenden? Zum Beispiel für Wohnen im Alter? Und auch die Sicherheit machte der Redner zum Thema. «Im Bundesbudget 2024 sind für die soziale Wohlfahrt 29 Milliarden vorgesehen, für die Armee sind gerade einmal knappe 6 Milliarden eingestellt. Da stimmt doch etwas nicht!» Adrian Schoop ist überzeugt: Da werden Prioritäten falsch gesetzt.
Lösungen für die Schweiz
Adrian Schoop zeigte aber nicht nur die Herausforderungen auf, er bot auch Lösungen an. «Die Schweiz braucht einen Türsteher.» Er plädiert für strengere Grenzkontrollen und ein Eintrittsgeld für den Familiennachzug. Zudem müsse man der Schweiz einen Sicherheitsdienst finanzieren, der die Gesetze konsequent durchsetzt. Ein Finanzberater solle das Portemonnaie überwachen und Ausgaben priorisieren. «Bei den Ausgaben muss gelten: Zuerst für die Schweiz, dann für andere!» Zudem verschreibt Adrian Schoop der Schweiz einen Kurs in Sachen Selbstvertrauen und einen 1.-Hilfe-Kurs. Die Schweiz müsse ihre Werte verteidigen. «Ich nerve mich, dass es im Aargau Schulen gibt, die an der Schulabschlussfeier nur noch Geflügelwürste servieren und auf die traditionelle Schweinsbratwurst verzichten. Oder wenn, wie in einem Freibad in der Deutschen Gemeinde Pforzheim, auf dem Sprungturm die Deutschland-Flagge aus Respekt gegenüber anderen Kulturen entfernt werden muss – das darf nicht sein.»
Und so schenkte Adrian Schoop der Schweiz symbolisch einen Geschenkkorb mit dem Nahrungsergänzungsmittel Bio Strath für die Abwehrkräfte, einem Gutschein für die vorgeschlagenen Kurse, einem Türsteher und einem Finanzberater. «Und das Wichtigste: Schenken wir der Schweiz unsere Zeit und unseren Einsatz – genauso, wie es die Vereine heute Abend an dieser stimmungsvollen Feier machen – vielen Dank!» Passend zu Adrian Schoops Worten überreichte Gemeindeammann André Meyer ihm eine Tasche mit einem Restaurant-Gutschein, Wein, Käse und Honig.
Perfekt budgetiertes Wetter
Nach dem Eindunkeln genossen die Gäste den Fackelumzug und freuten sich über das Höhenfeuer. Und wie sagte Adrian Schoop: «Der Gemeinderat hat diese Feier super organisiert – sogar beim Wetter hat er perfekt budgetiert, für ein angenehmes Sommerlüftchen gesorgt und sich die Regengüsse für den Moment nach dem Anzünden des Höhenfeuers aufgespart. Vielen Dank für die Gastfreundschaft.» Worauf Gemeindeschreiber und SVP-Grossratskandidat Pirmin Kohler antwortete: «Es freut uns sehr, wenn du dich bei uns wohl fühlst. In Dintikon ist es wie in der ganzen Schweiz – man kann sich bei uns sehr gut und schnell integrieren, wenn der Wille dazu vorhanden ist.»
pd